Unterstütztes Wohnen: Selbstständig und doch nie allein

Unterstütztes Wohnen der Lebenshilfe ermöglicht Menschen mit geistiger Behinderung die eigenen vier Wände.

 

Auf eigenen Füßen stehen, in den eigenen vier Wänden leben: Auch viele Menschen mit geistiger Behinderung haben diesen Wunsch. Dass er kein Traum bleiben muss, machte jetzt ein Seminarwochenende der Lebenshilfe Olpe deutlich. Getreu der Devise „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ realisiert die Lebenshilfe im gesamten Kreisgebiet individuel betreutes Wohnen für behinderte Frauen und Männer.

 

Einer, der den Schritt ins eigene Zuhause gewagt hat, ist Christian Sternberg. Der 21-jährige lebt seit zwei Jahren in seinem eigenen, kleinen Reich in Lennestadt-Maumke. Beim Wochenendseminar im Lebenshilfe-Bildungswerk in Bröltal erläuterte er acht potentiellen Neu-Nutzern, wie der Weg vom Elternhaus oder Wohnheim in einen unabhängigen Alltag aussehen kann. „Am Anfang war nicht alles leicht“, erinnert sich Christian Sternberg – und muss vor allem an seinen leeren Kühlschrank denken. Der junge Mann war es nicht gewohnt, für sich selbst und auf Vorrat zu einzukaufen.

 

An Hürden wie diese kommen die persönlichen Assistenten der Lebenshilfe ins Spiel. „Im Rahmen der bewilligten Fachleistungsstunden bekommen unsere Nutzer genau die Hilfestellung, die sie benötigen“, erklärt Britta Grammel, Leiterin des Lebenshilfe-Center Olpe und Mitveranstalterin des Seminars. Ob die Unterstützung nun beim Einkaufen, Wäschwaschen, Bügeln, bei Behördengängen, Arztbesuchen und /oder der Freizeitgestaltung erfolge, hänge von den individuellen Voraussetzungen ab.

 

Im Fall von Christian Sternberg kommt der persönliche Assistent ein- bis zweimal wöchentlich ins Haus und ist außerdem jederzeit telefonisch erreichbar. „Die Assistenten sind zur Stelle, wenn sie gebraucht werden“, betont Britta Grammel. „Notfalls auch mitten in der Nacht“.

 

Christian Sternberg hat Gefallen am selbstbestimmten Dasein gefunden und würde es nicht mehr anders haben wollen. „Ich bin sehr selbständig geworden“, resümiert er. Nicht nur, dass es längst weiß, was er alles in seinen Kühlschrank packen muss – aus den vorausschauend eingekauften Zutaten kann sich der 21-jährige inzwischen sogar kleinere Gerichte selbst zubereiten. „Und genügend Zeit für meine vielen Hobbys habe ich trotzdem noch“, freut er sich.

 

Britta Grammel ermutigt auch die Angehörigen von geistig behinderten Menschen, sich mit dem unterstützten Wohnen auseinander zu setzen: Sich wohlfühlen, ganz für sich sein, das Umfeld nach den eigenen Vorstellungen gestalten können, keinen mehr fragen müssen – all dies seien Aspekte, die der Entfaltung und Entwicklung der Persönlichkeit dienten. Oft seien aber gerade die Eltern sehr zögerlich und trauten ihren kindern zu wenig zu. „Umso erstaunter sind sie dann, was die jungen Erwachsenen alles leisten können, wenn die automatische Komplettversorgung durch das Bedarfsangebot abgelöst wird“.

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